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Luzern

Dank Erdwärmespeicher braucht Pistor kein Heizöl mehr

15.07.2025

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Seit zehn Jahren ist die Grosshändlerin Pistor bei der EnAW dabei. In dieser Zeit hat sie eine Reihe von Massnahmen ergriffen, um ihre Energieeffizienz zu steigern. Eine wichtige ist die Inbetriebnahme eines Erdwärmespeichers, der pro Jahr über 100 000 Liter Heizöl einsparen soll.

75 Bohrungen in bis zu 250 Meter Tiefe, eine Million Franken Baukosten: Die Zahlen zum neuen Erdwärmespeicher von Pistor sind beeindruckend. Seit März ist dieser am Rothenburger des Bäckerei-, Gastro- und Healthcare-Zulieferers in Betrieb. Er soll dafür sorgen, dass Pistor pro Jahr nicht nur 100 000 Liter Heizöl, sondern auch 330 Tonnen CO2 einspart. Heizöl hat er bereits komplett ersetzt. «Wir haben seit der Inbetriebnahme keinen einzigen Liter Heizöl mehr einsetzen müssen», so Michael Waser, Infrastruktur-Verantwortlicher bei Pistor. Und das, obwohl im April teils sehr niedrige Temperaturen herrschten.

Alleine durch den Wegfall des Öls würden die Kosten des Speichers von einer Million Franken amortisiert, so Waser: «Wir rechnen mit einer Amortisationszeit von acht bis zehn Jahren.» Pistors Entscheid, dennoch in den Erdwärmespeicher zu investieren, gab laut Waser die Kälteproduktion. «Wir produzieren im Sommer sehr viel Abwärme aus der Kälteproduktion für die gekühlten Bereiche», erklärt er. «Diese Wärme wollten wir für die Wintermontage nutzen.»

Erdwärmespeicher nur eine von vielen Massnahmen

Diese saisonale Wärmespeicherung sei nicht ganz einfach, wie Elmar Wiss, der langjährige EnAW-Berater von Pistor, ausführt: «Sie bedingt eine sorgfältige technische Auslegung des Erdsondenfeldes und der reversiblen Wärmepumpen, zumal mit diesen im Sommer die Kühlung bewerkstelligt werden muss.» Die Installation des Speichers verursachte jedoch keine grösseren Schwierigkeiten. Einzig die Standortsuche sei herausfordernd gewesen, so Waser.

Die Inbetriebnahme des Erdwärmespeichers ist allerdings nur eine von vielen Massnahmen, welche Pistor zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des CO2-Ausstosses ergriffen hat. Schon früher hat das Unternehmen seine Beleuchtung auf LED umgestellt. «Insgesamt hat aus dem Beleuchtungsersatz auf LED eine hohe Stromeinsparung generiert», so Wiss.

PV-Anlagen produzieren rund 1.3 Millionen Kilowattstunden Strom

Zudem hat Pistor das neue Verteilzentrum Ost in Betrieb genommen und damit den ersten Holzbau seiner Gebäude. Dank diesem spart Pistor laut Waser rund 650 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Auch die Fassaden wurden renoviert. «Das beweist: Pistor scheut keine Mühen, um energieeffizient zu werden», sagt Waser.

Das zeigt sich auch auf den Dächern der Pistor-Gebäude: Die dort installierten Photovoltaikanlagen produzieren rund 1.3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Den Rest seines Strombedarfs deckt das Unternehmen mit Wasserkraft ab. Im Warenumschlagszentrum sorgen zudem Rekuperatoren für Energierückgewinnung. So generieren die Palettenregalbediengeräte Strom, indem sie die Bremsenergie umwandeln. Dadurch sinkt der Stromverbrauch um 30 Prozent. Hinzu kommen Wärmepumpen, zeitgesteuerte Lüftungen oder automatisierte Lichtkonzepte, die den Strom- und CO2-Verbrauch ebenfalls senken.

Apropos Strom: Bis 2030 plant Pistor, seine Flotte von über 100 Lastwagen zur Hälfte zu elektrifizieren. Stand heute sind bereits 13 Prozent aller Pistor-Lastwagen rein elektrisch unterwegs.

Ein Strauss von Massnahmen also, die teilweise schon umgesetzt sind. Was kann Pistor noch tun? «Insgesamt, würde ich sagen, hat Pistor die Hausaufgaben im Infrastrukturbereich gemacht», lobt Wiss. Doch für Waser ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. «Ein Ansatz wäre, ein grosses Batteriesystem zu beschaffen, um weniger PV-Strom ins Netz speisen zu müssen», sagt er und betont, es handle sich erst um eine Idee. Man darf gespannt sein, ob dereinst die Umsetzung dieser Idee erfolgt.

Michael Waser, Infrastruktur-Verantwortlicher bei Pistor, und EnAW-Berater Elmar Wiss (v.l.). (Bild: EnAW)

Die Palettenregalbediengeräte generieren Strom, indem sie die Bremsenergie umwandeln. (Bild: EnAW)

Bis 2030 plant Pistor, seine Flotte von über 100 Lastwagen zur Hälfte zu elektrifizieren. (Bild: EnAW)

Einer der Lagerräume von Pistor. (Bild: EnAW)