Am Standort der frigemo AG in Cressier (NE), die Teil der Fenaco-Gruppe ist, werden jährlich mehrere Tonnen Kartoffeln für die Produktion von tiefgekühlten Pommes frites verarbeitet. Dabei stets im Blick: das Netto-Null-Ziel. Dank einer Planung, die im Zuge der «Roadmap zur Dekarbonisierung» der EnAW in Angriff genommen wurde.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenRenate Schaffner, Leiterin Marketing, Verkauf und Nachhaltigkeit der frigemo-Gruppe, betont, dass sich frigemo bereits in den 90er-Jahren auf den Weg gemacht hat, ihre Nachhaltigkeit zu verbessern.
Der frigemo-Standort in Cressier (NE) wird seit 2008 von der EnAW begleitet. Es wurden über sechzig Massnahmen ergriffen, um den Wärmeverbrauch zu rationalisieren, was einem wichtigen Bedürfnis für das Geschäft entspricht. Produktionsleiter Emilien Piot freut sich insbesondere über die Wärmerückgewinnung aus der Fritteuse von bis zu 1,5 Megawatt Leistung. Zudem werden 10 bis 15 Prozent des Wärmebedarfs mit Biogas abgedeckt, das aus dem Abwasser aus der Produktion erzeugt wird.
Die frigemo-Gruppe will noch weitere Schritte unternehmen, um das Netto-Null-Ziel bei den Emissionen im Jahr 2050 zu erreichen. Und zwar, indem noch mehr Wärme zurückgewonnen wird, diesmal mit Hochtemperaturwärmepumpen, und indem die Biogasproduktion erweitert wird. Ausserdem zeigt ein kürzlich lanciertes Programm zur Emissionsminderung auf den landwirtschaftlichen Betrieben der Produzenten sehr ermutigende Ergebnisse. Und selbst wenn die derzeitigen Kosten der Massnahmen zur Reduktion einer Tonne CO2-Emissionen höher sind als die CO2-Abgabe pro Tonne CO2, zweifelt Renate Schaffner nicht daran, dass dieses Engagement von frigemo langfristig Vorteile bringen wird.
Gehört die Zukunft Wasserstoff oder eher e-Methanol? Im zweiten Teil unserer Analyse erklärt Daniela Decurtins, Direktorin des Verbandes der Schweizerischen Gasindustrie (VSG), warum sie für den Einsatz beider Energieträger plädiert.
Von Daniela Decurtins
2024 diskutierten 5000 Delegierte aus der ganzen Welt in Rotterdam am Weltenergiekongress unter dem Motto «Redesigning Energy for People and Planet» Fragen und Lösungen. Beim Kongress in Abu Dhabi 2019 hatten noch die Klimaziele im Vordergrund gestanden. Die euphorische Gründerstimmung damals machte in Rotterdam Realitätssinn und Pragmatismus Platz. Sowohl die Folgen des Angriffs Russlands auf die Ukraine als auch die Lieferkettenengpässe haben die Bedeutung von Resilienz, der Widerstandsfähigkeit gegen äussere Schocks sowie die Wichtigkeit einer sicheren und wirtschaftlichen Energieversorgung für Volkswirtschaften bewusst gemacht. Das hat die Überzeugung dafür geschärft, dass die Transformation zu einer klimaneutralen Energieversorgung kein Spaziergang werden wird.
Dass es dabei darauf ankommt, alte Abhängigkeiten nicht durch neue zu ersetzen und den Transformationspfad abzusichern, war eine der zentralen Erkenntnisse in Rotterdam. Dies gelingt, indem man sich nicht nur auf Strom, sondern auf verschiedene Energieträger und Infrastrukturen abstützt. Die Energieversorgung muss als Gesamtsystem begriffen und entwickelt werden, sowohl unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit als auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit.
Es gibt dabei nicht DIE eine Lösung, um die Klimaziele zu erreichen. Der Weg hängt vielmehr davon ab, welche Ausgangslage ein Land oder eine Region aufweist. Dabei spielen der vorhandene Energiemix, die bestehenden Infrastrukturen und die Wirtschaftsstrukturen – etwa das Gewicht von Schwerindustrie – eine zentrale Rolle. Einig waren sich die Delegierten auch, dass der Investitionsbedarf enorm und internationale Kooperationen nötig sowie die weitere Nutzung bestehender Infrastrukturen entscheidend sein werden, um neue Technologien und Märkte zu entwickeln. Dazu brauche es klare und stabile rechtliche Rahmenbedingungen, teilweise kombiniert mit Anreizsystemen, um die Unsicherheiten und Risiken, die mit solchen Investitionen verbunden sind, zu senken.
Für die Delegierten war unbestritten, dass künftig Biomethan, synthetische flüssige und gasförmige Energieträger und Wasserstoff anstelle von Erdgas ein wichtiger Baustein neben anderen sein müssen, um die Klimaziele zu erreichen. Diese klimafreundlichen Gase werden einerseits aus heimischer Produktion stammen, andererseits zu grossen Anteilen importiert werden müssen. Grüner Wasserstoff bietet die Möglichkeit, erneuerbaren Strom aus Sonne und Wind chemisch zu speichern und im Winter zu nutzen. Das ist in der Form von Wasserstoff möglich oder unter Bindung von CO2 auch als synthetisches Methan. Mehrere Projekte in der Schweiz weisen in diese Richtung, aber die Bedingungen für eine wirtschaftliche Produktion von Wasserstoff sind in sonnen- und windreichen Ländern deutlich besser.
Wasserstoff ist preislich noch nicht konkurrenzfähig. Die Erfahrung der Entwicklungsgeschichte der erneuerbaren Energien zeigt, dass die Investitionskosten in die Produktion im Lauf der Zeit stark sinken dürften. Aber ohne Anreize oder Regulierungen dürften sich Wasserstoff und synthetisches Methan vorerst nicht durchsetzen. Moleküle werden in jenen Sektoren eine wichtige Rolle spielen, die sich nur schwer defossilisieren lassen. Wasserstoff kann etwa als Brennstoff in der Industrie, zur Stromerzeugung oder als Treibstoff für die Mobilität eingesetzt werden. Dabei wird Wasserstoff vor allem der Industrie helfen, ihre CO2-Emissionen deutlich zu senken, dort, wo die Energieeffizienz sowie die Nutzung anderer erneuerbarer Energien wie Strom nicht ausreichen. Zu industriellen Prozessen, die bis zu 2500 Grad Temperatur benötigen, zählen beispielsweise das Spalten von Rohöl zur Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Produkten, die Herstellung von Glas und Papier, das Schmelzen oder die Wärmebehandlung von Metallen oder das Bereitstellen von Dampf. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Spitzenlastabdeckung der Fernwärme.
Regierungen setzen weltweit insbesondere auf Wasserstoff, weil im Unterschied zur Methanherstellung kein weiterer Schritt notwendig ist und dies, obwohl die Energiedichte von Wasserstoff deutlich geringer ist als die von Methan. So veröffentlichte Japan bereits 2017 eine Strategie, 2020 folgten die EU und Deutschland. Die Strategien umfassen in der Regel Förderprogramme und diverse Anreize von der Produktion bis zum Verbrauch, um den Markthochlauf in den jeweiligen Ländern zu unterstützen. Seit Dezember 2024 verfügt auch die Schweiz über eine Wasserstoffstrategie. Diese zeigt Perspektiven eines möglichen Wasserstoffmarkts in der Schweiz auf, widerspiegelt aber auch das Ringen des Bundes mit der Frage, ob sich der «neue» Energieträger etablieren kann, ohne dass massiv gefördert würde sowie ob er künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein wird. Insofern ist die Strategie ein Schritt in die richtige Richtung, es besteht allerdings weiter Klärungsbedarf zu verschiedenen Rahmenbedingungen. Es fehlen konkrete Rahmenbedingungen hinsichtlich eines inländischen Wasserstoffmarkthochlaufs (Produktion und Nachfrage). Denkbar wären Anreize, zum Beispiel Contracts of Difference, also finanzielle Instrumente, die Preisunsicherheiten absichern.
Unklar bleibt auch, wie viele Fördermittel im Rahmen des Klima- und Innovationsgesetzes tatsächlich zur Verfügung stehen und ob diese ausreichen für einen inländischen Wasserstoffmarkthochlauf. Es bräuchte auch eine Förderung von grösseren Projekten hin zur Marktreife. Solange hier nicht klarere Rahmenbedingungen geschaffen werden, kann der Bund nicht damit rechnen, dass die Branche aktuell in der Schweiz in grossem Stil in Wasserstoff investiert.
Aus Sicht der Schweizer Gasbranche steht so oder so eine Anbindung an die internationalen Importrouten und damit an das europäische Wasserstoffleitungsnetz im Vordergrund. So soll der Zugang zu günstigen Wasserstoffquellen gesichert werden und gleichzeitig positioniert sich die Schweiz in Europa. Dem Anschluss misst auch der Bund in seiner Strategie erfreulicherweise die gebührende Bedeutung zu. Der SouthH2 Corridor rückt dabei speziell in den Fokus. Dieses Projekt zielt darauf ab, erneuerbaren Wasserstoff von Nordafrika nach Europa zu transportieren. Die 3300 Kilometer lange Pipeline soll Nordafrika mit Italien, Österreich und Deutschland verbinden. Sie wird von mehreren Regierungen unterstützt und eine kostengünstige und nachhaltige Wasserstoffversorgung sicherstellen. Die Schweiz drohte hier lange den Anschluss zu verpassen, obwohl sie mit der Transitgasleitung über die direkteste Verbindung von Italien nach Deutschland verfügt. Inzwischen nimmt die Schweiz aber an den Gesprächen im Beobachterstatus teil.
Ob der Markthochlauf in Europa gelingt, bleibt unsicher. Es hängt alles davon ab, wie ernst es Europa mit der Netto-Null-Zielsetzung ist und einen Rahmen insbesondere für Industrie und Gewerbe schafft, damit diese ihre Prozesse wirtschaftlich defossilisieren können. Zurzeit ist allerdings auch wegen den geopolitischen Umwälzungen Sand ins Getriebe geraten. Nur vier Prozent der für 2030 angekündigten globalen Wasserstoffproduktion haben eine Investitionsfreigabe erhalten. Die Industrie schliesst aktuell keine substanziellen Abnahmeverpflichtungen ab, weil die Preise und Auslieferungsdaten schwer abschätzbar sind.
Für die Schweiz geht es darum, Optionen offenzuhalten. Was ist es ihr wert, die Klimaziele zu erreichen? Die Rede ist von ein bis zwei Milliarden Franken, wenn es darum geht, die Transitleitung für den Transport von Wasserstoff aufzurüsten, indem stückweise eine zweite Leitung erstellt wird. Diese Summen sind mit früheren Investitionen in den Bau von Pumpspeicherwasserkraftwerken vergleichbar. Die Privatwirtschaft, der die Transitleitung unter anderem gehört, wird die Risiken nicht allein tragen können. Da Wasserstoff mit hoher Unsicherheit verbunden ist, braucht es Mut, staatliche Unterstützung und langfristige Perspektiven für die entsprechenden Schritte. Zentral wird sein, einen gesellschaftlichen Grundkonsens zu erzielen, als das Ergebnis eines Dialogs: mit Kunden, Akteuren aus der Energie- und Klimapolitik und der Verwaltung sowie weiteren Exponenten der Energiewirtschaft, vor allem auch dem Stromsektor. In einem zweiten Schritt ist sicherzustellen, dass der importierte Wasserstoff zu den Kunden gelangt. Es wartet noch viel Arbeit auf die Schweizer Gaswirtschaft.

17.04.2026
Daniela Decurtins vertritt als Direktorin vom Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) national und international die branchen- und energiepolitischen Interessen der Schweizer Gaswirtschaft. Eines der Hauptziele der Branche ist, die Gasversorgung bis 2050 zu dekarbonisieren. Im Verband, der 1920 gegründet wurde, sind rund 90 Gasversorgungsunternehmen zusammengeschlossen, die sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden.

Gehört die Zukunft Wasserstoff oder eher e-Methanol? Im ersten Teil unserer zweiteiligen Analyse skizziert Dr. Albrecht Tribukait von Silent-Power die Vor- und Nachteile der beiden Energieträger.
von Dr. Albrecht Tribukait
Europa – und auch die Schweiz – investieren Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig wird ein wachsender Teil dieses Stroms abgeregelt oder zu negativen Preisen exportiert, weil Erzeugung, Speicherung und Nutzung zeitlich nicht zusammenpassen. Damit entscheidet sich der Erfolg der Energiewende nicht an der installierten Leistung, sondern an der Fähigkeit, Energie planbar verfügbar zu machen, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Gesamtkosten des Systems zu begrenzen.
Drei Kriterien sind dabei entscheidend: Planbarkeit, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Grüner Wasserstoff ist unverzichtbar für Anwendungen, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen, insbesondere in Industrie und Chemie. Wird er direkt am Ort der Erzeugung genutzt, kann er nahezu emissionsfrei eingesetzt werden.
Als Speicher-, Transport- und Verteilmedium ist Wasserstoff jedoch physikalisch anspruchsvoll: geringe volumetrische Energiedichte, hoher Energieaufwand für Kompression oder Verflüssigung und komplexe Infrastruktur. Die Schweizer Wasserstoffstrategie anerkennt zudem den indirekten Treibhauseffekt von Wasserstoff und bezieht ihn in die Bewertung ein. Das spricht nicht gegen Wasserstoff, aber gegen seinen pauschalen Einsatz als universellen Energieträger.
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien entstehen in Europa immer häufiger strukturelle Stromüberschüsse. Dieser Strom wird heute abgeregelt oder zu negativen Preisen exportiert, wobei Verbraucher faktisch dafür bezahlen, überschüssigen Strom abzugeben. Das ist kein Übergangsproblem, sondern eine systemische Folge eines stark wachsenden Anteils fluktuierender Erzeugung.
Gleichzeitig wächst eine zweite Ressource: nicht-fossiles CO2 aus biogenen und industriellen Quellen. Die Kombination aus abgeregeltem beziehungsweise negativ bepreistem Strom und verfügbarem CO2 macht Power-to-X in Europa wirtschaftlich sinnvoll – insbesondere für e-Methanol. Hier wird kein zusätzlicher Bedarf erzeugt, sondern ein bestehender Systemverlust verwertet.
Methanol ist bei Umgebungsbedingungen flüssig, langfristig lagerfähig und mit bestehender Infrastruktur transportierbar. Mit einer volumetrischen Energiedichte von rund 15,8 MJ pro Liter eignet es sich hervorragend als chemischer Langzeitspeicher, der Erzeugung und Verbrauch zeitlich entkoppelt.
In der Anwendung zeigt e-Methanol hohe Systemeffizienz, insbesondere in der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung mit Gesamtwirkungsgraden von bis zu 90 Prozent. Dies ist in der Schweiz bereits industriell umgesetzt, unter anderem bei der WWZ in Zug sowie bei der Confiserie Sprüngli in Dietikon.
Methanol ist toxisch und unterliegt daher – wie alle flüssigen Energieträger – klaren Sicherheitsauflagen. Im Vergleich zu Benzin und Diesel ist seine Toxizität im praktischen Energiebetrieb jedoch gering: Methanol ist weder karzinogen noch persistent, verursacht keinen Russ, keinen Feinstaub und keine polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Die wesentliche Gesundheitsgefahr besteht bei oraler Aufnahme; bei sachgemässer Handhabung als Energieträger ist Methanol deutlich weniger gesundheits- und umweltrelevant als die heute breit eingesetzten fossilen Kraftstoffe Benzin und Diesel.
e-Methanol kann auch als flüssiger organischer Wasserstoffträger (Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC) dienen. Wasserstoff wird chemisch gebunden, flüssig transportiert und bei Bedarf wieder verfügbar gemacht. Damit ist Methanol heute der kostengünstigste und praktikabelste Träger für Wasserstoff, insbesondere für Transport und saisonale Speicherung.
Der Sonderbericht Nr. 11/2024 des Europäischen Rechnungshofs beurteilt die EU-Wasserstoffstrategie ungewöhnlich deutlich. Die Kommission habe unrealistische Ziele für Wasserstoffproduktion und -importe festgelegt, die EU sei nicht auf Kurs, diese zu erreichen. Die Ziele seien eher vom politischen Willen als von belastbaren Analysen getragen, und es sei unwahrscheinlich, dass sie bis 2030 erreicht würden. Der Rechnungshof fordert ausdrücklich einen Realitätscheck und strategische Entscheidungen ohne neue Abhängigkeiten.
Gemäss dem SWEET-EDGE-II-Bericht müssen bis 2050 zusätzlich rund 45 TWh erneuerbarer Strom bereitgestellt werden. Dies erfordert massive Ausbauten von Wind und Photovoltaik – mit steigenden Netzkosten, höherem Systemaufwand und zunehmenden Akzeptanzkonflikten.
Gleichzeitig weist Axpo auf eine mögliche Versorgungslücke von über 50 TWh hin. Bemerkenswert ist, dass Axpo ein Reservekraftwerk auf Basis einer e-Methanol-fähigen Gasturbine plant. e-Methanol wird damit explizit als Brückentechnologie für die Versorgungssicherheit eingesetzt.
Die sachlich richtige Antwort lautet: Beides – aber in der richtigen Rolle. Wasserstoff ist das strategische Ziel dort, wo er stofflich alternativlos ist. e-Methanol ist der Weg, um Überschüsse zu nutzen, saisonale Lücken zu schliessen und die Energiewende planbar, sicher und wirtschaftlich umzusetzen.

17.04.2026
Dr. Albrecht Tribukait ist seit 2023 Geschäftsführer der Silent-Power AG und verantwortet die Entwicklung und Umsetzung innovativer Technologien zur industriellen Defossilisierung, zur langfristigen Stromspeicherung sowie zur dezentralen Strom- und Wärmeversorgung. Silent-Power mit Sitz in Cham verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 2002 die Umsetzung des gesamten Energiekreislaufs des Methanols.

Für den Green Business Award 2026 suchen wir unter unseren Kunden innovative Unternehmen und Projekte. Die EnAW ist Nominierungspartnerin und kann bis 31. Januar 2026 Nominierungen einreichen.
Wir suchen Produkte, Technologien und Geschäftsmodelle, die ökonomischen Erfolg mit ökologischem Impact verbinden. Die Lösungen müssen nicht von Startups stammen, sondern auch (Traditions-)Unternehmen oder etablierte Firmen – ob KMU oder Grossunternehmen – die als Pioniere gelten, können innovative Lösungen entwickelt und auf den Markt gebracht haben.
Der Green Business Award ist der wichtigste Nachhaltigkeitspreis der Schweiz. Er bietet seinen Finalisten entsprechend eine hohe kommunikative Reichweite und bei Bedarf auch exklusiven Zugang zu Wachstumsfinanzierungen. In den Kategorien ScaleUps und KMU gibt es ein Preisgeld von je 25 000 zu gewinnen.
Am 18. März 2026 findet das IHW Forum an der Ostschweizer Fachhochschule in Buchs/SG statt. Es zeigt auf, wie Unternehmen die Dekarbonisierung dank einer effizienten Wärmeerzeugung vorantreiben können und wie Branchenvertreterinnen und -vertreter ihre Kundschaft finden.

Ob Industrie, Gewerbe oder Fernwärmeerzeuger: Ein erheblicher Anteil der CO2-Emissionen entsteht, um Wärme im Bereich von 80 bis 200°C bereitzustellen. Genau hier kommen modernste Industrie-, Hochtemperatur-, Dampf- und Grosswärmepumpen ins Spiel: Sie liefern zuverlässig die benötigte Energie – und senken gleichzeitig den CO2-Fussabdruck. Das IHW Forum richtet sich an grosse wie kleine Unternehmen, Energieversorger und Netzbetreiber. Hier erfährt man aus erster Hand, wo die Technik heute steht, welche Lösungen bereits verfügbar sind und wie sich Projekte konkret umsetzen lassen.
Ob Hersteller, Planer, Berater, Wissenschaftler oder Politiker: Das IHW Forum bietet die Chance zum Kontakt zum Endkunden und vertieften Austausch.
Am Vormittag gibt es beim Forum Keynotes und Praxisbeispiele. Zwei-Minuten-Pitches verschiedenster Hersteller, Planer, Berater und anderer Akteure geben einen Überblick über die erhältlichen Produkte und Leistungen. Auch Planer und Endkunden sind explizit eingeladen, ihre Fälle und Wärmepumpenbedarfe vorzustellen.
Am Nachmittag treten Endkunden in direkten Kontakt mit Herstellern, Planern und Beratern und haben reichlich Zeit zu netzwerken.
Die Teilnahme kostet regulär 350 Franken pro Person und enthält Mittagessen, Apéro und Labortouren. Ein Frühbucherrabatt von 100 Franken wird bei Anmeldung vor dem 19. Dezember 2025 gewährt. Anmeldeschluss ist der 30. Januar 2026.
Tradition oder Innovation? Warum Langlebigkeit oft der wahre Beweis für Qualität ist.
Zwei Strömungen sind es, die an uns zerren: Der Wunsch nach dem Neuen und die Sehnsucht nach dem Bewährten. Wir gieren nach etwas, das mehr verspricht als das, was wir haben. Und zugleich hängen wir am Vertrauten und meiden alles Unerwartete, Unsichere, Fremde.
Oft glauben wir, etwas sei gut, weil es neu ist. Natürlich ist das Neue in manchen Fällen tatsächlich besser. Niemand vermisst VHS-Kassetten oder Operationen ohne Narkose. Doch nicht alle neuen Ideen und Objekte bieten Vorteile gegenüber Altem oder Bewährtem. Denn wenn man ein wenig nachdenkt, ist das, was wirklich gut ist, oft etwas, was uns schon über längere Zeit begleitet.
Nehmen wir ein Beispiel, das Betriebssystem UNIX. Obwohl es bereits in den 1970er Jahren entwickelt wurde, bildet sein Design bis heute die Grundlage für macOS und Android. Seine anhaltende Präsenz ist nicht Ausdruck einer Innovationsmüdigkeit der Software-Branche, sondern ein Indiz für die Überlegenheit und Anpassungsfähigkeit des Systems. Ein anderes Beispiel: Der Stuhl. Das Konzept altert nicht, bloss weil es Sitzgelegenheiten schon sehr lange gibt. Im Gegenteil: Eben weil der Stuhl sich lange bewährt hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es ihn auch noch in Zukunft geben wird. Man nennt das den Lindy Effekt:
Das Apfelkuchenrezept unserer Urgrossmutter, das in unserer Familie seit Generationen weiterlebt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, die nächsten 100 Jahre zu überdauern, als der trendende Back-Trick auf Tiktok.
Der Lindy Effekt ist benannt nach dem Restaurant Lindy’s Delicatessen in New York, wo Comedians, die sich dort regelmässig trafen, folgende These aufstellten: «Eine Show, die nur zwei Wochen läuft, wird voraussichtlich noch zwei weitere Wochen laufen, während eine Show, die bereits zwei Jahre läuft, voraussichtlich noch zwei weitere Jahre laufen wird.»
Es geht um das Verhältnis von Innovation zu Tradition. Oftmals ist der Drang, alles radikal zu verändern, stärker als die Vernunft, auf das zu bauen, was über Jahre hinweg stabil und erfolgreich war. Aber auch das Umgekehrte ist wahr: Wer allem Neuen mit Skepsis begegnet, aus Sorge, das die Veränderung einen selbst hinwegspült, verpasst den Anschluss.
Was kann man vom Lindy Effekt für den Arbeitsalltag lernen? Wenn Sie im nächsten Workshop über neue Märkte, Möglichkeiten oder Messages nachdenken, fragen Sie sich nicht nur: Was wollen wir neu machen oder verändern? Fragen Sie sich auch: Was von dem, was wir heute tun, denken, benutzen, wird auch in Zukunft noch Bestand haben? Was wird sich nicht ändern?

Über die Autoren
Mikael Krogerus (links) ist Reporter und Roman Tschäppeler (rechts) Kreativproduzent. Die beiden sind Autoren des Bestsellers «Faustregeln – Kurze Erklärungen für komplizierte Situationen». www.rtmk.ch
Sie müssen den Inhalt von hCaptcha laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen