Die 24. EnAW-Fachtagung hat rund 300 Interessierte in den Berner Kursaal gelockt. Die diesjährige Ausgabe hatte trotz ernsten Themen einige heitere Momente zu bieten.
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Mehr InformationenGleich zu Beginn der diesjährigen EnAW-Fachtagung hatte EnAW-Präsident Rudolf Minsch für die Anwesenden im Saal trotz Zollhammer aus den USA eine gute Nachricht, was die Lage der Schweizer Wirtschaft angeht: «Insgesamt ist die Delle im Moment noch nicht so schlimm, wie man hätte erwarten können. Das hängt auch damit zusammen, dass zahlreiche Firmen im März und April viel geliefert haben. Die Lager in den USA sind voll. Wir werden am Ende des Jahres wahrscheinlich gar kein so schlechtes Jahr gehabt haben.» Zwar seien die Aussenhandelszahlen mittlerweile eingebrochen. Aber Minsch zeigte sich optimistisch: «Die Firmen passen sich an, sie sind flexibel und innovativ.»
In Bezug auf die EnAW hielt Minsch fest, dass die Komplexität vor allem im Energie- und Umweltbereich nochmals zugenommen habe. «Dieses Thema ist schwieriger und aufwändiger geworden, das spüren unsere Beraterinnen und Berater täglich. Aber genau deshalb braucht es eben die EnAW, damit die Firmen den Rücken frei haben und sich dem Markt anpassen können.» Der EnAW-Präsident forderte ferner eine Weiterführung des Zielvereinbarungssystems, der Verminderungsverpflichtung und der Möglichkeit einer Rückerstattung der CO2-Abgabe. «Sonst kommt es für viele Industriebetriebe knüppeldick», warnte Minsch.


Knüppeldick könnte es für die Schweiz auch in puncto Sicherheit kommen, wie Katja Gentinetta in ihrem Referat andeutete. «Die Schweiz ist weder zu Land noch aus der Luft geschützt. Sie kann sich im Moment nicht schützen, und sie ist auch politisch noch nicht entschlossen, ob sie sich schützen will», so die politische Philosophin und fragte in den Raum: «Haben wir in der Schweiz immer noch das Gefühl, dass wir sicher und frei sind und uns selbst sein können? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher.» Aus europäischer und amerikanischer Sicht sei die Schweiz «eine Sicherheitslücke in Europa».
Auch in Bezug auf die globale Situation zeigte sich Gentinetta eher pessimistisch. «Donald Trump hat eine Weltvorstellung von Imperien, die sich geografisch sehr klar abgrenzen lassen», sagte sie. «Diese Denkweise kommt vor allem den Autokraten sehr zupass.» Gleichzeitig seien kleine Länder benachteiligt. «Die grossen Mächte hören sich an und verhandeln ihre Interessen. Übrig bleiben all diejenigen, die sich nicht wehren können.»
Für Lino Guzzella, emeritierter Professor der ETH Zürich, gibt hingegen das Netto-Null-Ziel 2050 Anlass zu Pessimismus. «Bis 2050 wollen wir auf Netto-Null runter. Das heisst wir müssen dreimal schneller abbauen, als wir aufgebaut haben», rechnete er vor und bilanzierte: «Wenn wir wirklich auf Netto-Null kommen wollen bis 2050, dann müssten wir die nächsten 25 Jahre einen Lockdown haben.» Guzella plädierte für einen entspannteren Umgang mit dem Thema und forderte: «Wir müssen jederzeit genügend bezahlbare Energie haben.» Am Schluss sei die Ökonomie die entscheidende Disziplin.
Diesen Ball nahm EnAW-Geschäftsführer Frank R. Ruepp auf. Heutzutage hätten die Firmen nicht mal das Geld, um ihre Kernprozesse zu finanzieren. «Und dann sollten sie noch in die ganze Energie- und Klima-Thematik investieren», gab Ruepp zu bedenken. «Wir sind von der Wirtschaft für die Wirtschaft. Wir sind ein One-Stop-Shop und versuchen, die Unternehmen in diesen und weiteren Themen bestmöglich zu unterstützen.»
Teil dieser Unterstützung ist auch EnAW-Kompakt, das neueste Angebot aus der EnAW-Familie. Das modular aufgebaute Tool, das Unternehmen jeder Grösse erste Massnahmenempfehlungen bezüglich Energieeffizienz gibt, wurde von EnAW-CDO Manuel Ziegler an der Fachtagung erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Es basiert auf einem kostenlosen Schnell-Check, über den Unternehmen ihre Energierechnungen einfach hochladen und analysieren lassen können. Dieser greift wiederum auf in der Schweiz erstellte Künstliche Intelligenz zurück. Damit soll die Nutzerin oder der Nutzer nicht nur einen ersten Überblick erhalten. Auch die EnAW-Beraterin bzw. der EnAW-Berater kann das Tool als unterstützendes Hilfsmittel nutzen.
Der Abschluss der diesjährigen Fachtagung gehörte aber Kathrin Altwegg. Die emeritierte Professorin setzte die Bedeutung der Menschheit und der Welt in Relation zum Universum. Reduzierte man die bisherige Geschichte des Universums seit dem Urknall auf ein Jahr, würde die Menschheit gerade mal sechs Minuten davon ausmachen, so Altwegg und kam zum Schluss: «Wir sind offensichtlich so ein bisschen eine Fussnote der Geschichte.»
Geschichte geschrieben hat auch Erich Kalbermatter. Der ehemalige Co-Geschäftsführer der EnAW hat die Fachtagung seit über 20 Jahren organisiert, die diesjährige Ausgabe war seine letzte. Kalbermatter wurde mit einem Geschenk und unter grossem Applaus gebührend verabschiedet.
«Wir werden am Ende des Jahres wahrscheinlich gar kein so schlechtes Jahr gehabt haben.» Prof. Dr. Rudolf Minsch
«Haben wir in der Schweiz immer noch das Gefühl, dass wir sicher und frei sind und uns selbst sein können? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher.» Dr. Katja Gentinetta
«Wir müssen jederzeit genügend bezahlbare Energie haben.» Prof. Dr. Lino Guzzella
«Wir sind ein One-Stop-Shop und versuchen, die Unternehmen bestmöglich zu unterstützen.» Frank R. Ruepp
«Wir sind offensichtlich so ein bisschen eine Fussnote der Geschichte.» Prof. em. Kathrin Altwegg
Nachfolgend berichten ein Fachhochschulprofessor und ein EnAW-Berater über ein beträchtliches Stromeinsparpotenzial, das mithilfe eines Programms des Bundes – INCITE – konsequent ausgeschöpft werden soll.
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Mehr InformationenDie Bezeichnung «elektrische Antriebe» (nachfolgend EA) umfasst Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren für Luft und Kälte sowie alle anderen Geräte, die von einem Elektromotor angetrieben werden.
Auf die EA entfallen 80 Prozent des Stromverbrauchs in der Industrie und 50 Prozent des schweizweiten Stromverbrauchs. Weil diese Systeme allgegenwärtig sind, bergen sie ein sehr grosses Potenzial für Energieeinsparungen.
Nicolas Macabrey, EnAW-Berater, beziffert im Artikel die mögliche Stromeinsparung von EA auf 20 bis 40 Prozent, in Extremfällen sogar auf 75 Prozent. Seiner Ansicht nach brauche es bei jedem EA-System eine ganzheitliche Sichtweise, indem die Funktionsweise und die Dimensionierung im Hinblick auf den effektiven Bedarf betrachtet werden.
Prof. Andrea Vezzini von der Berner Hochschule in Biel hebt im Videointerview u. a. genau diesen wichtigen Punkt hervor und schätzt, dass die Optimierung eines ganzen EA-Systems einen Beitrag von 60 Prozent zur gesamten Stromeinsparung leisten kann.
Für die EA gibt es seit 2023 ein Programm des Bundes, INCITE, das Methoden, Instrumente und spezifische Unterstützung bietet, um dieses Einsparpotenzial dezidiert auszuschöpfen, siehe Kasten.

26.10.2023
80 %:
Anteil der elektrischen Antriebe am Stromverbrauch der Industrie
20 bis 40 %:
mögliche Energieeinsparung
60 %:
geschätzter Anteil der Energieeinsparung allein durch Optimierung
EnergieSchweiz unterstützt Industrieunternehmen dabei, Optimierungspotenziale von elektrischen Motoren und Antriebssystemen zu identifizieren und gezielte Massnahmen zur Energieeinsparung umzusetzen.
Ein erster, einfacher Schritt lässt sich mit dem kostenlosen INCITE-Tool für eine Grobanalyse machen: Es zeigt auf, bei welchen Anlagen sich ein genauerer Blick lohnt. Weitere Infos finden Sie auf energieschweiz.ch/programme/incite/ – ebenso wie das eindrückliche Beispiel der Micarna SA in Bazenheid, die mit Effizienzmassnahmen 124 000 Franken pro Jahr sparen konnte.
Die baselstädtische Stimmbevölkerung hat am 18. Mai 2025 die Teilrevision des Standortförderungsgesetzes mit 63 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Das Gesetz enthält die Grundzüge des Basler Standortpakets unter anderem mit dem Fördergebiet Umwelt. Der Regierungsrat hat die zugehörige Verordnung verabschiedet.
Die Verordnung regelt die Details zur Förderung im Rahmen des Basler Standortpakets und schafft Rechtssicherheit für die Unternehmen und den Kanton. Sie ist gleichzeitig mit dem Gesetz am 30. Juni 2025 in Kraft getreten. Damit ist eine Förderung bereits im laufenden Jahr möglich. Je nach internationaler Entwicklung und den Erfahrungen mit der konkreten Förderung im Jahr 2025 sind in den Folgejahren Anpassungen möglich.
Im Bereich Umwelt fördert der Kanton die Verminderung von direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1) in Form von verminderten Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq) für überverpflichtend umgesetzte Massnahmen im Kanton und in der Schweiz. Die Förderung beträgt pro verminderter Tonne CO2eq im Kanton Basel-Stadt 150 Franken. In der übrigen Schweiz beträgt die Förderung 75 Franken pro verminderter Tonne CO2eq, wobei in beiden Fällen maximal 40 Prozent der Investitionskosten der umgesetzten Massnahmen vergütet werden. Zudem fördert der Kanton weltweit die Reduktion der Emissionsintensität direkter Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr. Die Förderung beträgt pro verminderter Tonne CO2eq 15 Franken. Der maximale Förderbetrag pro juristischer Person beträgt bei der weltweiten Reduktion fünf Millionen Franken im Jahr.
Schliesslich fördert der Kanton die Steigerung der Energieeffizienz anhand eingesparter Kilowattstunden (kWh) Energie. Die Förderung beträgt im Kanton 4 Rappen pro eingesparter Kilowattstunde Energie, in der übrigen Schweiz 2 Rappen pro eingesparter Kilowattstunde Energie.
Beitragsgesuche für das massgebende Geschäftsjahr 2024 müssen für alle Fördergebiete bis 30. September 2025 über eine elektronische Plattform eingereicht werden.
Zuständig für den Vollzug des Basler Standortpakets ist das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) im Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Das AWA prüft die Gesuche. Erste Auszahlungen werden voraussichtlich im Frühjahr 2026 erfolgen. Das AWA informiert auf seiner Website regelmässig über den aktuellen Stand der Umsetzung.
Weitere Informationen
Louis Ducret gehört neu dem Vorstand der EnAW an. Wir stellen den 29-Jährigen aus La Chaux-de-Fonds kurz vor.
Ich liebe nicht-fiktionale Bücher: Biografien, Kriminalfälle, Ländergeschichten. Ich gehe regelmässig ins Gym. Ansonsten nutze ich meine Freizeit, um zu fotografieren, Fotos zu bearbeiten und sonntags zu brunchen.
Ich bin Senior Spezialist in Politik und Wirtschaft beim Schweizerischen Baumeisterverband SBV.
Ich wollte Tierarzt werden.
Als Vertreter des SBV ist es ein Privileg, vom Expertenwissen der EnAW profitieren zu können, aber auch das Praxiswissen der Bauunternehmen einzubringen.
Sie bietet Unternehmen aus allen Bereichen umfassende Expertise und Unterstützung bei der Einsparung von Energie, Ressourcen und Kosten. Ihre Bemühungen, die CO2-Emissionen zu senken und die Ressourcen optimal zu verwalten, sind entscheidend für die Erreichung der Netto-Null-Ziele 2050 der Schweiz.
Die nächsten 15 Jahre werden entscheidend sein, um den Pfad zur Netto-Null 2050 zu sichern. Der EnAW kommt dabei eine grosse Rolle zu. Einerseits in der Beratung und Unterstützung von Unternehmen, die sich auf diesen Weg begeben, andererseits aber auch, um sicherzustellen, dass der gesetzliche Rahmen förderlich und wirtschaftlich machbar ist.

17.04.2026
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) mit Hauptsitz in Zürich setzt sich seit 1897 für eine starke Schweizer Bauwirtschaft ein. Er bietet seinen Mitgliedfirmen einen wahrnehmbaren Mehrwert, indem er professionelle Dienstleistungen erbringt, eine zeitgemässe Bildung sicherstellt, das Ansehen der Baubranche fördert sowie die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst.
Seit zehn Jahren ist die Grosshändlerin Pistor bei der EnAW dabei. In dieser Zeit hat sie eine Reihe von Massnahmen ergriffen, um ihre Energieeffizienz zu steigern. Eine wichtige ist die Inbetriebnahme eines Erdwärmespeichers, der pro Jahr über 100 000 Liter Heizöl einsparen soll.
75 Bohrungen in bis zu 250 Meter Tiefe, eine Million Franken Baukosten: Die Zahlen zum neuen Erdwärmespeicher von Pistor sind beeindruckend. Seit März ist dieser am Rothenburger des Bäckerei-, Gastro- und Healthcare-Zulieferers in Betrieb. Er soll dafür sorgen, dass Pistor pro Jahr nicht nur 100 000 Liter Heizöl, sondern auch 330 Tonnen CO2 einspart. Heizöl hat er bereits komplett ersetzt. «Wir haben seit der Inbetriebnahme keinen einzigen Liter Heizöl mehr einsetzen müssen», so Michael Waser, Infrastruktur-Verantwortlicher bei Pistor. Und das, obwohl im April teils sehr niedrige Temperaturen herrschten.
Alleine durch den Wegfall des Öls würden die Kosten des Speichers von einer Million Franken amortisiert, so Waser: «Wir rechnen mit einer Amortisationszeit von acht bis zehn Jahren.» Pistors Entscheid, dennoch in den Erdwärmespeicher zu investieren, gab laut Waser die Kälteproduktion. «Wir produzieren im Sommer sehr viel Abwärme aus der Kälteproduktion für die gekühlten Bereiche», erklärt er. «Diese Wärme wollten wir für die Wintermontage nutzen.»
Diese saisonale Wärmespeicherung sei nicht ganz einfach, wie Elmar Wiss, der langjährige EnAW-Berater von Pistor, ausführt: «Sie bedingt eine sorgfältige technische Auslegung des Erdsondenfeldes und der reversiblen Wärmepumpen, zumal mit diesen im Sommer die Kühlung bewerkstelligt werden muss.» Die Installation des Speichers verursachte jedoch keine grösseren Schwierigkeiten. Einzig die Standortsuche sei herausfordernd gewesen, so Waser.
Die Inbetriebnahme des Erdwärmespeichers ist allerdings nur eine von vielen Massnahmen, welche Pistor zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des CO2-Ausstosses ergriffen hat. Schon früher hat das Unternehmen seine Beleuchtung auf LED umgestellt. «Insgesamt hat aus dem Beleuchtungsersatz auf LED eine hohe Stromeinsparung generiert», so Wiss.
Zudem hat Pistor das neue Verteilzentrum Ost in Betrieb genommen und damit den ersten Holzbau seiner Gebäude. Dank diesem spart Pistor laut Waser rund 650 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Auch die Fassaden wurden renoviert. «Das beweist: Pistor scheut keine Mühen, um energieeffizient zu werden», sagt Waser.
Das zeigt sich auch auf den Dächern der Pistor-Gebäude: Die dort installierten Photovoltaikanlagen produzieren rund 1.3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Den Rest seines Strombedarfs deckt das Unternehmen mit Wasserkraft ab. Im Warenumschlagszentrum sorgen zudem Rekuperatoren für Energierückgewinnung. So generieren die Palettenregalbediengeräte Strom, indem sie die Bremsenergie umwandeln. Dadurch sinkt der Stromverbrauch um 30 Prozent. Hinzu kommen Wärmepumpen, zeitgesteuerte Lüftungen oder automatisierte Lichtkonzepte, die den Strom- und CO2-Verbrauch ebenfalls senken.
Apropos Strom: Bis 2030 plant Pistor, seine Flotte von über 100 Lastwagen zur Hälfte zu elektrifizieren. Stand heute sind bereits 13 Prozent aller Pistor-Lastwagen rein elektrisch unterwegs.
Ein Strauss von Massnahmen also, die teilweise schon umgesetzt sind. Was kann Pistor noch tun? «Insgesamt, würde ich sagen, hat Pistor die Hausaufgaben im Infrastrukturbereich gemacht», lobt Wiss. Doch für Waser ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. «Ein Ansatz wäre, ein grosses Batteriesystem zu beschaffen, um weniger PV-Strom ins Netz speisen zu müssen», sagt er und betont, es handle sich erst um eine Idee. Man darf gespannt sein, ob dereinst die Umsetzung dieser Idee erfolgt.
Michael Waser, Infrastruktur-Verantwortlicher bei Pistor, und EnAW-Berater Elmar Wiss (v.l.). (Bild: EnAW)
Die Palettenregalbediengeräte generieren Strom, indem sie die Bremsenergie umwandeln. (Bild: EnAW)
Bis 2030 plant Pistor, seine Flotte von über 100 Lastwagen zur Hälfte zu elektrifizieren. (Bild: EnAW)
Einer der Lagerräume von Pistor. (Bild: EnAW)

17.04.2026
Die Pistor AG ist das führende Handels- und Dienstleistungsunternehmen für die Bäckerei- und Confiseriebranche sowie für die Gastronomie und den Gesundheitsmarkt.
Unternehmen, die das EnAW-Angebot Ressourceneffizienz implementieren, benötigen Ausdauer. Denn Ressourceneffizienz ist ein Prozess, der auf Langfristigkeit ausgelegt ist. Warum das so ist, erklären die beiden EnAW-Beratenden Almut Sanchen und Andreas Santschi.
Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile in vielen Unternehmen angekommen. Ein Weg, Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb umzusetzen, ist das EnAW-Angebot Ressourceneffizienz. Damit decken die EnAW-Beratenden Potenziale zur Ressourcenreduktion im Unternehmen auf und formulieren Reduktionsziele sowie konkrete Massnahmen, um den Ressourcenbedarf zu optimieren.
Diese Schritte beanspruchen Zeit und Geduld. «Ich glaube, viele Unternehmen sind sich noch gar nicht so bewusst, dass sie da einen langfristigen Prozess starten», so EnAW-Beraterin Almut Sanchen, die Ressourceneffizienz anbietet. Dazu müsse sich ein Unternehmen eine Expertise erarbeiten und eine Organisationsstruktur aufbauen. Dieser Auffassung ist auch EnAW-Berater Andreas Santschi. «Darum ist die Aufklärungsarbeit, die wir zu Beginn leisten müssen, etwas vom Wichtigsten», sagt Santschi. Und Sanchen ergänzt, dass am Anfang eine gute Beratung stehe, im Rahmen derer man mit den Kunden erst mal diskutiere, was sie überhaupt brauchen.
Ist diese erste Standortbestimmung abgeschlossen, unterstützen die EnAW-Beratenden die Unternehmen in dem Prozess, Ressourceneffizienz zu implementieren. «Aber es ist nicht so, dass wir das von A bis Z fertig machen, sondern es wird so sein, dass wir versuchen, beim Unternehmen selbst diese Kompetenzen aufzubauen und es nachher zu begleiten», so Santschi. Also Hilfe zur Selbsthilfe. Und das hat einen bestimmten Grund. «Grundsätzlich ist ja auch so, dass das Unternehmen selber am besten weiss, wie es funktioniert», so Sanchen. «Und ein Unternehmen kann sich auch nur verbessern, wenn es aus sich heraus die Strukturen entsprechend gestaltet.»
Unternehmen, welche intern nicht alle Ressourcen aufbauen könnten, erhielten Unterstützung von den Beratenden, so Sanchen. Welche genau, hänge vom Unternehmen ab: «Wie gross ist es? Welche Kapazitäten möchte es gerne intern aufbauen, und was rechnet sich dann letztlich auch?»
Zudem gibt es Anforderungen an die Unternehmen, die Ressourceneffizienz implementieren möchten. «Für mich wichtig ist, dass die Unternehmen mal verstehen, in welchen Bereichen die wirklich relevanten Emissionen liegen», sagt Santschi. «Was ist vielleicht in der Masse kleiner oder in der Menge klein, aber trotzdem relevant? Je nach Betrachtungsweise.»
In diesen Bereichen sei es wichtig, gezielt Massnahmen umzusetzen oder zumindest sich zu überlegen, wie man besser werde. Und Sanchen ergänzt, dass viele Unternehmen schon heute Massnahmen ergriffen hätten, diese aber nicht offensichtlich seien. «Und Ressourceneffizienz ist auch eine Möglichkeit, dass diese ganzen Prozesse mal transparent werden», so die EnAW-Beraterin.
Manchmal gehe es auch genau darum: die ganzen Prozesse zu dokumentieren, so Santschi. «Was machen wir oder was machen sie heute schon gut? Wie weniger oder wie viel mehr Emissionen hättest du, würdest du es nicht tun? Und natürlich auch: Wie können wir das System, das sie heute schon gut machen, in Zukunft noch besser machen?» Es sei ja nie fertig, sagt Santschi.
Deswegen ist Ressourceneffizienz aus Sicht der EnAW-Beratenden auch kein Projekt. «Ein Projekt endet irgendwann, aber Nachhaltigkeit nicht», erklärt Sanchen.
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